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DREI FRAGEN AN: Jarry Singla, Pianist Komponist und neuer Dozent bei »einszueins«

am 25. April 2017 | von UND | mit Keine Kommentare

In der Reihe »DREI FRAGEN AN« stellen wir im Interview Künstler/innen und Dozierende vor. Heute sprechen wir mit Jarry Singla der Workshops in Dharavi gibt, dem größten Slum Mumbais in der Abendrealschule Bonn…

…und auch als international gebuchter Jazzpianst mit dem Trio »Eastern Flowers 3600 metres above sea level« unterwegs ist.

Deine Filme und Tonaufnahmen vermitteln jeweils eine hohe, offen konzentrierte Aufmerksamkeit und Atmosphäre. Wie erlebst du das: Was verbindet deine sehr vielfältigen Arbeiten und Projekte?
Möglicherweise verbindet all meine Arbeiten und Projekte eine ähnliche Ernsthaftigkeit, mit der ich an die Musik herangehe – unabhängig davon, ob ich mit Eastern Flowers beim Jazzfestival Buenos Aires spiele oder mit Kindern in Dharavi musiziere und dafür leere Plastikflaschen benutze. Wenn ich mit Laien Musik mache, geht es mir darum, ihnen zu vermitteln, wie man Musik verinnerlichen kann. Dieser Prozess der Verinnerlichung ist derselbe, den ich als professioneller Musiker durchlaufe – im Laienbereich nur auf einfachere musikalische Inhalte bezogen.

In einem gemeinsamen Vorbereitungsgespräch hast du betont, dass dir wichtig ist „dass zum einen zum Ausdruck kommt, dass man die Musik NOCH NIE vorher gehört hat, und zum anderen, dass sie einem fremd ist – wenn ich meiner Tante in Indien zeitgenössische europäische Musik vorspielen würde, wäre das für sie so, als ob ich schwedisch mit ihr spräche. Dennoch wird sie mir etwas über den emotionalen Ausdruck sagen können.“ Ist es die Möglichkeit der Kommunikation unabhängig von erlebter eigener Kultur und Sprache, die dir daran wichtig ist?
Musik ist eine universelle Sprache, die uns vor allem emotional anspricht. Es gibt überall auf der Welt Musik mit ähnlichen emotionalen „Botschaften“ , die somit auch Menschen aus ganz anderen Kulturen ansprechen kann. Westeuropäische Klassik wird in Japan und Korea verstanden, indische Musik in Europa, afrokubanische Musik in den USA, …
Hierin liegt eine große Chance für die Annäherung von Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen.

Was zeichnet aus Deiner Sicht das Weiterbildungsangebot der »einszueins« Seminaren aus und was motiviert Dich, daran mitzuwirken?
Für mich ist es wichtig und spannend, dass die Dozierenden die Workshopkonzepte in einem kreativen Austausch mit der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft erarbeiten. Ich habe den Eindruck, dass das Weiterbildungsangebot der Stiftung unkonventionell sein darf, was ich sehr inspirierend finde.

Nächstes Seminar Jam Session am 6.-7. Mai 2017

 

Autoren

Monika Söller

Monika Söller Meisterdesignerin, Leitung der »einszueins« Seminare bei der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, zuvor Lehrtätigkeit im Bereich LernRäume, BildungsRäume, FreiRäume, Lehraufträge u.A. am Institut für Tanz und Bewegungskultur in Kooperation mit dem Zentrum für Zeitgenössischen Tanz.

Jarry Singla

Jarry Singla in Köln lebender Pianist und Komponist, der seine Vision einer weltoffenen europäischen Musik zwischen Jazz und ethnischer Inspiration durch langjährige internationale ausgezeichnete Kooperationen und Projekte verfolgt.

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