Praxisworkshops, Foto: Michael WinterPraxisworkshops, Foto: Michael Winter

Stegreifaufgaben und -entwürfe: Herausforderungen mit Entdeckerfreude und Spaß!

am 08. Oktober 2017 | von | mit Keine Kommentare

In dem von mir angebotenen  Designseminar „MaterialVerbindungen“ steht das ergebnisoffene, ungerichtete Spiel mit Material im Fokus. Hierbei muss der Zugang über den offenen Spielmodus vielfach von Erwachsenen und manchmal auch von Kinder erst wieder erlernt und wiederentdeckt werden.

Besonders wertvoll ist der Wechsel zwischen dem offenen und geschlossenem Arbeitsmodus- beide Modi sind wichtig und stehen in meinen Seminaren sinnvoll nebeneinander.
Im geschlossenen Modus geht es z.B. darum, eine konkrete Aufgabe mit vorgegebenem Material unter Zeitdruck zu bewältigen- für  viele zunächst eine große Herausforderung!
Bei meinem Workshop mit Grundschulkindern im MAKK (Museum für Angewandte Kunst Köln) mache ich gerne folgende Stegreifübung:
In Kleingruppen zu dritt sollen in 10 Minuten Stühle entworfen und kleine Modelle gebaut werden.
Diese Materialien stehen zur Verfügung:

  • eine Postkarte
  • zwei Strohhalme
  • zwei Büroklammern
  • zwei Haushaltsgummis
  • zwei Musterbeutelklammern

Das einzig erlaubte Werkzeug ist eine Schere.

Die Herausforderung für die „jungen Designer“ besteht nun zum Einen darin, sich in der Gruppe  abzustimmen und im Team zu arbeiten; zum Anderen, mit der stark begrenzten Zeit sinnvoll umzugehen – d.h. eine angemessene Zeit auf Diskussion und Ideenfindung aufzuwenden, bald eine Einigung zu erzielen und danach direkt mit der Umsetzung anzufangen!

Dabei entwickeln die meisten Teilnehmenden viel Experimentierfreude und Spaß dabei, unter Zeitdruck die gestellte Aufgabe zu lösen. Und dies, obwohl das Setting doch einer Prüfungssituation ähnlich ist.
Auf meine Nachfragen hin erklärten viele, dass der wesentliche Unterschied zu den bis dahin oft gewohnten Lernformen darin besteht, dass die Kinder gemeinsam an einer Lösung arbeiten, die als Produkt nicht im gewohnten Sinne bewertet wird. Die Aufgabe wird als Einladung verstanden, sich „gefahrlos“ und spielerisch auf ein Experiment einlassen und sich hierbei für Unkonventionelles zu öffnen. Die Entwürfe der Kleingruppen werden dann vor den Anderen präsentiert ein meist sehr vergnüglicher und begeisternder Abschluss  der Aufgabe.

Rückblickend kann ich sagen, dass es in diesen 10 Minuten atmosphärisch insgesamt „hoch her geht“ und der Adrenalinspiegel der Beteiligten wahrnehmbar ansteigt. Die Stegreifübung ist somit bestens geeignet, eine Gruppe (z.B. nach einer Pause) wieder zu aktivieren und neue Energien freizusetzen.

Ihr fragt euch, warum die Übungen „Stegreifaufgaben“ heißen? „Aus dem Stegreif“ bedeutet wörtlich: ohne vom Pferd zu steigen, im übertragenen Sinn: ohne lang nachzudenken, unvorbereitet … https://de.wikipedia.org/wiki/Stegreif

Herzliche Einladung im offenen oder geschlossenen Modus zu Entdecken, Entwerfen und Auszuprobieren! Designseminar „MaterialVerbindungen“ am 11. und 12. November

Praxisworkshops, Foto: Michael Winter

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Autor

Michael Winter

Michael Winter arbeitet als Schreiner und Designer in Köln. Seit 2012 plant und leitet er Workshops für Kinder und Jugendliche in den Bereichen Handwerk, Design und Technik.

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